[RADIO]

Heute um 18:00 gibt es ein Interview und eine Lesung mit uns [und unserem Buch] auf dem Radiosender „Radiofabrik“ zu hören.

Wir freuen uns über euch als Zuhörer – die Frequenz wäre und ist 107,5. Wer es verpasst und gerne nachhören will, der hat das Glück, dass wir im 21. Jahrhundert leben und alles im Internet nach- oder live hören können; oh wie wunderbar! [http://www.radiofabrik.at/ bzw. gleich zum Nachhören geht es hier lang: http://cba.fro.at/305824 ]

Wir hören uns!

Gruß und Kuss, eure [etwasnervöse] A. und [etwasnervöse] K.

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[AUSDRUCK DES GLÜCKS]

Es ist vollendet. Bilder sagen mehr als tausend Worte.

 

„Ausdruck des Glücks“
€ 15,-

Ein ganz besonderes Dankeschön geht an unseren lieben Steff. Danke für deine Ausdauer, deine Fähigkeiten, deine Tipps, deine Ideen, deinen Humor – die Gestaltung und der Buchsatz sind perfekt.

Wer eines dieser Prachtexemplare möchte – meldet euch bei uns unter: wirsindglueckskinder@gmail.com oder auch gerne persönlich.

Wir bedanken uns jetzt schon herzlichst für die vielen Vorbestellungen!

Unser Gefühlshaushalt geht über.
Schöner könnte es nicht sein.

Gruß und Kuss,
eure Glückskinder

 

P.S. Nicht nur wegen der Farbe würde sich als Weihnachtsgeschenk eignen…

 

[einhundertneunzehn] Schlussstrich.

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Dieser Zauber hat uns die letzten 23 Monate begleitet, inspiriert, uns neue Dimensionen eröffnet und in andere Welten eintauchen lassen. Dieser Zauber hat uns näher gebracht, uns gelehrt, was die Welt im Innersten zusammenhält. Er hat uns ermutigt, unserem eigenen Sein näher zu sein und auch uns [A. und K.] noch enger verbunden.

Unser Blog endet hier und heute. Allerdings wird es, wie bereits angekündigt, unsere Texte in ausgedruckter Buchform geben. Inspiriert wurden wir von einer eifrigen Blogleserin. Das hat uns ganz besonders gefreut und dazu veranlasst, es zu realisieren.
Bücher bringen so einige Vorteile mit sich: man kann sie in der Hand halten, sich daran festhalten, durchblättern und sich durchs Blättern inspirieren lassen, Gedanken machen und am Papier festhalten,…

Ein einfaches Danke reicht nicht aus. Unter euch sind viele, die uns begleitet, inspiriert und unterstützt haben. In jeder Hinsicht. Wir sind euch unendlich dankbar dafür.

Dieser Zauber geht weiter. In einer anderen Form als bisher.

Ende gut, alles gut.

Gruß und Kuss,
eure [ja, wirklich eure] A. und K.

P.S.: Wenn ihr ein, zwei oder sieben Bücher bestellen wollt, schreibt uns einfach eine Mail an wirsindglueckskinder@gmail.com. Wir freuen uns.

[einhundertachtzehn] Künstlich erzeugte Ungerechtigkeiten.

Achtung, Achtung. Hier kommen Worte, die gesagt werden müssen. Leider müssen sie das, ja, weil sie noch lange nicht selbstverständlich sind. Ich stoße momentan sehr oft gegen die Wand der Ungerechtigkeit. Schluss damit, aufhören, sofort.

Dank meinen Eltern und meinem Umfeld war und ist für mich vieles normal, was für andere das Gegenteil von selbstverständlich ist. Gleichgeschlechtliche Liebe, gleichgestellte Geschlechter, Menschen, die nicht nach ihrer Herkunft differenziert werden,… und und und. Die Liste der Ungerechtigkeiten, die keinen Sinn ergeben, ist sehr lange.

Es gibt so viele Ungerechtigkeiten auf unserer Welt. Viel zu viele. Wir sind mit so einigen Problemen auf dieser unsrigen Welt komplett überfordert. Doch gerade bei solchen Dingen stellt es mir dir Haare auf. Weil es doch kein Problem gibt. Wir schaffen uns künstlich erzeugte Probleme, in dem wir veraltete Ansichten blind übernehmen, ohne darüber nachzudenken. Wie kann gegenseitige Liebe ein Problem sein? Welches wasserfeste Argument ist gegen Geschlechtergleichheit zu nennen? Und welches Recht nimmt sich auch nur ein einziger Mensch, sich an Hand seiner Herkunft über andere zu stellen? Wer redet von einer besseren Welt, wer träumt davon – und wer hindert den Fortschritt im Denken der Menschheit?

Weitsichtigkeit, Toleranz, Gutmütigkeit, Offenheit, Brüderlichkeit, Gleichheit, Freiheit – wie viele Menschen haben schon vor Jahrhunderten dafür gekämpft? Und wir sind nach so langer Zeit immer noch nicht fähig uns diese Worte zu Herzen zu nehmen?

Ich bin so unendlich dankbar, dass es Menschen gibt, die denken.
Nachdenken, überdenken und umdenken.

Gruß und Kuss,
eure A.

[einhundertsiebzehn] Sprachmuster.

In unserer Sprache zeigt sich die Art und Weise, wie wir die Welt betrachten. Sei es eine einfache und schnell dahingesagte Redewendung oder ein nur ein Ausdruck, der über unsere Lippen kommt.

Sprache schafft Bewusstsein. Und Bewusstsein lenkt unsere Aufmerksamkeit auf etwas. Sprache lenkt unsere Aufmerksamkeit also [un-]bewusst auf etwas. Interessant. Wenn ich also sage „Ich bin so blöd!“ – wohin wird dann mein Bewusstsein gelenkt? Auf die Tatsache, dass ich blöd bin? Schnell dahingesagt oder doch irgendwie so gemeint?

Sprachmuster finden wir alle in unseren täglichen Gesprächen. Ein schnelles „Wahnsinn!“ [laut Online-Duden u.a. übrigens als „psychische Störung“ definiert] oder ein gar-nicht-so-ernst-gemeintes „Ich sterbe vor Lachen“?!
Und wie oft kommt uns der Satz „Ich bin so blöd/dumm/ungeschickt/…“ über die Lippen? Oft? Zu oft? Eh gar nicht so oft? Besser so. Ja, ich werte das jetzt. Weil ich es satt habe, mich von meiner Sprache austricksen zu lassen. Weil ich es satt habe, mein Bewusstsein auf so einen Humbug zu lenken. Wie wäre es mit einem ernstgemeinten „Ich mag mich.“? Oder einem „Ich kann das.“? Oder einem inbrünstigen „Das Leben ist schön.“ pro Tag?

Anfangen tut diese ganze Worterei ja eigentlich im Kopf. Ich kann nur das sagen, was ich auch schon vorher im Kopf, im Gehirn, in den Gedanken hatte. Und diese Gedanken werden durch Sprache [verbal und nonverbal] nach außen getragen.

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden deine Worte.
Achte auf deine Worte, denn sie werden deine Taten.
Achte auf deine Taten, denn sie werden deine Gewohnheit.
Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Leben. Punkt.

Und manches kann man durch Worte nicht ausdrücken. Manchmal fehlen einem die Worte. Manchmal reichen Worte nicht aus, um zu beschreiben, was gerade in uns und um uns vorgeht. Dann lieber mal schweigen. Oder tanzen und malen und singen. Und manches Mal beschreiben sie ganz gut, wie wir unsere Welt sehen. Wort-Bewusstsein schaffen. Das ist es, was ich gerade versuche. Nicht wahllos Wörter aneinanderreihen. Mal darauf achten, was ich denn so den lieben langen Tag von mir gebe. Mal darauf achten, ob diese Worte wirklich wahllos sind oder ob sie eine tiefe Wurzel in uns geschlagen haben. Schöne Worte verwenden, schöne Sprache verwenden, um über uns selbst zu sprechen. Friedvolle Sprache verwenden, um Frieden zu schaffen. Wunder-volle Sprache verwenden, um … Wunder zu leben. Die Luft mit guten, angenehmen Worten füllen.

Macht euch mal Gedanken über eure Worte. Ich mach es gerade und es ist … aufschlussreich.

Gruß und Kuss,
eure [vielsprechende] K.

[einhundertsechzehn] Wunschträumerei.

Wunsch. Träumerei.

Zwei wunderbare Worte. Eine wunderbare Tätigkeit.

Ich wunschträume gerade sehr viel. Wie meine Zukunft aussehen wird, wie ich wohnen, wirken, leben werde. Ich male mir meine Zukunft aus, baue Luftschlösser und Holzschaukeln, alles in meinem Kopf. Und ich liebe es. Ich liebe dieses Gefühl grenzenloser Gedankenüberschreitung. Dieses Hochgefühl höchster Wunschträumerei. Dieses wohligwarme Kribbeln im Bauch, weil es ja irgendwann wirklich so sein könnte, wie ich es mir ausmale. Weil ich ja vieles davon selbst in der Hand habe. Und weil das Leben auch noch mitspielt. Weil es gleichzeitig so ganz anders werden könnte, als ich es mir ausmale. So aufregend. So spannend! Dieses Leben, ach.

Wunschträumerei mit Zukunftsfreude [neunzehn] gepaart. Wer werde ich in fünf, zehn, fünfzig Jahren sein? Wer wird mich begleiten? Wen werde ich lieben? Wo werde ich sein und gewesen sein? Wie werde ich wohnen und leben? Was werde ich bewirken und bewirkt haben? Ich male und male und male in meinem Kopf. Im Moment ist es gerade Wunschträumerei in Bezug auf meine Umgebung, auf meine Lebenssituation. Ich wunschträume so gerne, so liebend gerne. Kopfkino [neun] ahoi.

Wunschträumerei im Kopf und im Bauch führt zum Wunschleben. Raus aus dem Kopf, rein ins Leben. Und wenn es dann nur im Kopf bleibt? Macht nix. Gar nix. Weil die Gefühle so fein sind beim Wunschträumen. Und weil ein Funke von dem, was ich wunschträume, wahr werden wird. Lebensgestaltungskompetenz [achtundfünfzig] und so.

Gruß und Kuss,
eure [wunschträumende] K.

[einhundertfünfzehn] Erfüllt.

Ich bin erfüllt.

Ich fühle mich erfüllt. Mit Liebe und Schönheit, mit Freude und mit Farben. Mit Klängen und Düften fühl ich mich erfüllt. Es gibt Momente und Situationen in meinem Leben, da kann ich mein Glück nicht fassen. Ich kann es nicht angreifen, es nicht begreifen, weil es über die Maße hinaus erfüllend und groß ist. In diesen Momenten zerreißt es mich fast, ich habe kaum Platz in mir, die Schönheit der Welt zu tragen. Ich beginne zu strahlen und zu funkeln, weil das Glück mich erfüllt. Es ist warm und gold und glitzert, dieses Glück, dieses Licht.

Jetzt. Genau jetzt fühle ich diese Fülle in mir. In jeder Zelle meines Körpers nehme ich es wahr. Ich kann es spüren, es ist da. Es ist wundersam, umhüllt mich, erfüllt mich.

Menschen können so etwas bei mir auslösen, Menschen mit ihrer ganz besonderen und besonnenen Art. Gespräche mit ihnen, Umarmungen, Blickkontakt mit ihnen. Die Natur schafft es auch ganz oft, dieses erfüllte Gefühl bei mir hervorzubringen. Ein Blick in die Sonnenuntergangs-Pusteblumen-Regentropfen-Wiese. Eine Waldboden-Vogelzwitscher-Stille-Pause. Regentropfen auf meiner Haut, meinem Gesicht, meinem Kopf.
Auch Musik kann mich erfüllen. Er-füllen. Mich ausfüllen, mich durchströmen und den ganzen Körper berühren. Und auch meine Seele. Leben in Hülle und Fülle. Das Leben auskosten, seine Fülle wahrnehmen, annehmen, aufnehmen.

Erfüllt. Von Liebe und Dankbarkeit und Licht und Wärme und Glitzer und Funken. Und was davon keinen Platz mehr in mir hat, wird ausgestrahlt. Aus-Strahlung.

Danke, Leben. Ich liebe dich und deine Fülle.

Gruß und Kuss,
eure K.

[einhundertvierzehn] Identitätsformen.

Wer bin ich. Was bin ich. Wo bin ich. Warum bin ich. Es gibt sehr viele Fragen und noch mehr Antworten. Wir sind wir, weil wir so handeln, wie wir handeln. Aber warum handeln wir so? Aus Intuition? Wegen Konventionen? Weil wir es für richtig halten. Warum halten wir es für richtig?

Ich bin ich, weil [Antwort einfügen].

Ich bin eine Frau, Österreicherin, Anfang zwanzig, weiß, Studentin und wir haben das Jahr 2015. Diese Worte vermitteln euch eine wahnsinnige Bandbreite an Konventionen, an Auskünften, an Informationen. Sie sind aufgefüllt mit der Last der Vergangenheit, der Vorschriften, der Geschichte. Aber bin das [auch] ich? Und warum bin das ich? Weil ich es so will? Aber was heißt es, eine Frau zu sein? Und was heißt es eine österreichische Frau zu sein? Wie wichtig ist denn die Hautfarbe? Und wie oder wer wäre ich, wenn ich schon Mitte fünfzig wäre? Man ist, die eigene Identität ist, ich bin durch viele Dinge dieser Mensch. Wie wichtig ist das für mich? Wie wichtig ist das für die Gesellschaft? Wie bewusst soll uns das sein?

Ich bin ich, weil [Antwort einfügen].

Auf diesen Grundstein der eigenen Identität, der wie gesagt, nicht von uns abhängt, können wir aber auch unsere eigenen Steine bauen. Ich möchte dieser Mensch sein. Ich möchte so handeln. Ich will. Ich werde. Zum Glück haben wir bei uns sehr viel mitzureden, mitzuformen und mitzuwirken.

Ich bin ich, weil [Antwort einfügen].

Ich bin ich, weil ich mir darüber Gedanken mache. Gedanken machen. Gedanken fertigen. Machen und fertigen sind Synonyme für handeln. Gedanken handeln. Handeln Gedanken? Durch diesen Gedankengang – hat sich da etwas verändert? Nichts Sichtbares. Und in uns? In dir? In mir?

Das „Ich-Sein“ wird von so vielen verscheiden Dingen beansprucht, geformt, beeinflusst und gebildet. Da können wir nicht aus. Oder?

Wer bist du? [Antwort einfügen].

Gruß und Kuss,
eure A.

[einhundertdreizehn] Faszinosum.

Faszinierend.

Mich fasziniert so einiges. Kleine und große Dinge. Und nicht nur Dinge. Viel mehr fasziniert mich. Alleine das Wort ist ja schon … fa – s – z – ini – e – r – end.
In einem Moment so von etwas fasziniert sein, dass nichts anderes mehr wichtig ist. Dass nichts anderes passiert rundherum. Fasziniert sein von einem Zustand, staunend sein über eine Gegebenheit.

Hier ein kleiner Auszug aus meinem Faszinosum-Schatz:
Sternenhimmel. Diese Unendlichkeit, diese Weite, die Unbegreifbarkeit, diese Schönheit. Das fasziniert mich.
Liebe. Einfach Liebe. Weil Liebe.
Seifenblasen. Die sind so unglaublich dünn und dann kann man sie fangen und nochmal mehr draus machen. Von ihrer perfekten Schönheit gar nicht zu sprechen.
Menschwerdung. Also Geburten und alles, was davor passiert. Faszinierend!
Sternspritzer. Wie?
Tinte in Wasser tropfen. Selbsterklärend.
Körper. Wie er funktioniert und perfekt zusammenspielt.
Gänsehaut. Warum?
Attraktivität. Warum finde ich manche Menschen so sehr anziehend und andere gar nicht?
Telefonieren ohne Kabel dazwischen. Wie es früher gegangen ist, weiß ich ja. [Punkt]
Sympathie und Antipathie.
Worte und Wortherkunften. Ein Lieblingsthema meinerseits übrigens.
Apfel. Da ist eine Blüte und aus der wird der Apfel. Ohne unser Zutun. Nämlich ganz ohne.
Metamorphose der Raupe zum Schmetterling. Unglaublich.
Ausstrahlung. Etwas, das wenig mit Schönheit und ganz viel mit Bei-sich-Sein zu tun hat.
Schneeflocken. Diese Formen. Diese Perfektheit.
Kinder. Diese unaufhaltsame Neugierde, zu verstehen, was die Welt im Innersten zusammenhält.
Beziehungen. Wie man mit einem Menschen so lange […] zusammen sein kann. Ja, auch das fasziniert mich.
Hochgefühle. Ob beim Laufen, beim Tanzen oder sonstigen Aktivitäten. Dieses fast betäubend schöne Gefühl im ganzen Körper.

Ja, ganz viel davon [oder gar all das?] kann man wissenschaftlich erklären. Sicher. Und dann? Dann wissen wir es. Viele wollen das. Ich nicht. Ich lebe mit meinem Staunen und meinem Fasziniert-sein ganz gut.
Und da hab ich auch noch wissenschaftliche Unterstützung von einem Herrn, dessen Namen kaum jemand aussprechen will [faszinierend übrigens]:

„Kreative Menschen sind ständig erstaunt. Sie gehen nicht davon aus, dass sie verstehen, was um sie herum geschieht, und sie gehen nicht davon aus, dass andere sie verstehen. (…)“ (M. Csikzentmihaly)

Ein Faszinosum, dieses Leben.
Gruß und Kuss,
eure K.

[einhundertzwölf] Untergetaucht.

Das Kennenlernen vieler verschiedener Welten.

Diesen Beitrag widme ich einer ganz besonders feinen Tätigkeit. Es ist ein essentieller Teil unseres Alltags. Wir machen es andauernd, wenn auch nicht ununterbrochen. Ihr macht es zum Beispiel auch gerade. Und noch immer. Ja, immer noch. Natürlich. Es geht um das Lesen. Liebe Leseratten und Bücherwürmer, das ist eine Hommage an eure Passion.

Mal abgesehen davon, dass ich als angehende Germanistin von Worten, Sätzen und Büchern nicht genug haben kann — was macht das Lesen mit uns? Ich hab mir darüber Gedanken gemacht und mir [zum Glück] nicht den Kopf zerbrechen müssen. Die Gedanken haben sofort zum plätschern angefangen.

Das Lesen ermöglicht uns Zeitreisen. In die Vergangenheit und in die Zukunft. Wir können uns aber nicht nur in diesen Zeiten aufhalten, sondern auch in andere Rollen schlüpfen. Und so ganz nebenbei lernen wir auch noch unheimlich viel über die historischen Vorgänge, die dargestellte Gesellschaft – und nicht zuletzt über uns selbst. Wir tauchen in andere Welten ein, die wir kennen, verstehen und oft auch lieben lernen.

Aber als wäre das nicht genug, können wir uns zur selben Zeit aus unserer [realen] Welt entfernen. Abschalten. Wir können vom Alltag flüchten und uns komplett uns selbst und der Welt, die vor uns liegt [also dasteht] hingeben. Wir haben nicht nur die Möglichkeit ein- sondern auch unterzutauchen. Es geht dabei nicht darum, dass man mit seiner realen Welt nicht zufrieden ist und deshalb in virtuelle Welten verschwindet. Wir lernen in diesen virtuellen Welten sehr viel über die reale Welt. Die Wirklichkeit. Lesen hilft uns, andere und die Welt im Allgemeinen besser verstehen zu können. Durch Perspektivenwechsel.

Es gibt Lebensbücher, die uns besonders geprägt haben und in die wir immer wieder ein- und untertauchen. In diese Bücher setzen wir einen Anker. Und das Schöne an diesem metaphorischen Anker ist, im Gegensatz zum realen, dass wir ihn an ganz vielen verschiedenen Plätzen legen können, ohne uns an seinen Ort binden zu müssen. Die Protagonisten von solchen Büchern kommen uns vor, als wären sie unsere Freunde. Sie sind uns so vertraut und wir wissen genau, wie sie auf Dinge reagieren würden.

Ich hab gelesen [ja, gelesen], dass Wissenschaftler* herausgefunden haben, dass wir beim Lesen eine ganz besondere Konzentration haben. Warum besonders: wir sind beim Lesen sehr konzentriert, merken es aber nicht und es fällt uns demnach nicht schwer. Wir sind im „flow“ und uns ist nicht bewusst, dass wir gerade sehr konzentriert etwas tun, weil wir so mit diesem Tun beschäftigt sind. Nun sagt ihr, dass man dieses Phänomen doch oft bei Konzentration beobachten kann. Ja, das passiert bei Dingen, die man gerne tut und die Zeit vergessen kann [oder vergißt – oft nicht freiwillig]. Und nebenbei bemerkt: diese Wissenschaftler sagen auch, dass man bei schweren Lebenssituationen lesen sollte, weil es hilft, Probleme durch Augen eines anderen zu sehen. Interessant, dieser Perspektivenwechsel.

„Bücher waren mein Weg zu persönlicher Freiheit.“ Wer so etwas Schönes sagt? Oprah Winfrey. Und da hat die gute Oprah wieder alles auf den Punkt gebracht: um das geht es mir. Bücher bringen uns dazu, sich mit uns, unserem Umfeld, der Geschichte und der Menschheit zu beschäftigen. Dabei entsteht nicht nur Wissen, sondern auch Gefühle, die uns keiner mehr nehmen kann.

Gruß und Kuss,
eure A.

*Die Infos von diesen Wissenschaftlern hab ich aus dem Heft FLOW/Nummer 9.